Von Tahiti ging es nach Raiatea, insgesamt bis zum Ankerplatz vor der Werft um die 150nm. Es hat passenden Wind und so wird es eine gemütliche Fahrt in 25 Stunden.
Wir haben einen neuen Propeller (kaufen müssen). Der alte Festpropeller hatte einen Riss in einem Flügel und weil der Schweißer nicht auffindbar war beim letzten Auskranen, konnte das nicht repariert werden. Allerdings ist es natürlich gar keine Option, hier in den Pässen in die Atolle mit einem angeschlagenen Propeller zu fahren. EWOL hat das Locking-System des Propellers geändert (und hoffentlich verbessert). Wir hatten ja so einen Propeller schon  verloren auf dem Weg von Grenada nach Panama.

So warten wir vor der Werft ankernd auf das Auskranen und treffen uns mit Barbara und ihrem Mann, zwei Physiotherapeuten aus den USA, die haben die gleiche Einstellung zum großen Thema Coronoia wie wir.

Barbara und ihr Mann

Sie erzählen uns Gruselstories von den Paranoikern auf anderen Booten hier, die den Impfstatus der Bootsbesatzungen über den Buschfunk via VHF  in der Gegend und über Kurzwelle dann gleich in ganz französisch Polynesien bekannt machen. Langsam glaube ich, dass die Impfung ernste Nebenwirkungen hat – im Kopf nämlich! Auch wurden sie von den lieben Segelkameraden bereits als “asoziale Schädlinge” bezeichnet mit ihrem Impfstatus “ungeimpft”. Eine Diskussion ist in der Regel mit den Durchgeknallten nicht möglich, da die extrem schlecht informiert sind und kein Interesse an wissenschaftlichen Informationen haben. Wer halt nur öffentlich-rechtliche Gehirnwäsche-Propagandasender schaut, hat halt keine Ahnung……. Und ja, selbst deutsche Ärzte hier wissen – nichts!

Nach einer Woche warten klappt es dann mit dem Auskranen. Bei der Einfahrt in die Box schreit einer der Helfer Stopp, der andere schreit weiter – so liebe ich es. Ich stoppe auf, müssen sie uns halt von Hand rein ziehen…
Letztendlich klappt alles. Wie schon gewohnt dauert hier alles ein wenig. Statt das Boot unmittelbar nach dem Auskranen abzuspritzen warten sie hier, bis alles schön angetrocknet ist. Beim anschließenden Abspritzen mit Höchstdruck fliegt dann ein Teil des neuen Antifoulings mit weg, trotz anschleifen, was nicht mal empfohlen war. Bevor wir eine zusätzliche Lage aufbringen können, müssen wir also eine Vielzahl kleiner Ausbrüche anschleifen…

Dann muss natürlich die Welle raus, denn wir brauchen ein zusätzliches Gewinde im Propellerschaft. Insgesamt geht es erstaunlich gut, wir bauen die Welle weitestgehend selbst aus.
Dann heißt es wieder Geduld, denn mal eben so ein Gewinde in die Welle zu schneiden ist hier nicht. Wir nutzen die Zeit, eine zusätzliche Lage Antifouling aufzutragen. Alles ist fertig – nur die Welle liegt immer noch im Office. Wir wollen nicht über das Wochenende draußen bleiben, da das zusätzlich kostet und relativ teuer ist pro Tag. 4 Tage sind beim Kranen hier immer dabei und mehr wollen wir nicht brauchen. Also ins Office und mit den hübschen Mädels dort Small-Talk gemacht. Es hilft, spät nachmittags ist die Welle fertig. Natürlich nicht wie bestellt, ich wollte 20mm Gewinde drin haben, er hat nur 20mm tief gebohrt, das heißt das Gewinde ist gerade mal 10mm benutzbar.

Wir montieren im Akkord Welle und Propeller, verkleben die zusätzliche Sicherungsschraube mit Locktite und sind am Freitag morgen startklar. Entgegen der Zusage des Chefs geht zuerst ein Motor-Tourikatameran ins Wasser und so wird es mittags, bis wir dran sind.
Alles klappt wieder und abends fahren wir zum Ankern ans nahe gelegene Riff. Wir treffen uns nochmal mit Barabara und ihrem Mann, die sind heilfroh, Normalos und keine Impftaliban zu treffen.

Wir machen uns auf den Weg zu den Marquesas, ca 850nm von hier. Unterwegs wollen wir die ISIS mit Tracey und Dave noch mal treffen.
Da es gegen den Wind geht, ist Strategie alles. Wie planen praktisch ein großes Zickzack mit Stationen in Moorea, Rangiroa, Fakarava, Raroia und dann den letzten Schlag zu dem Marquesas bei SO Wind.

Nach Moorea klappt es schon mal nicht ganz, wir müssen aufkreuzen und zwei Mal wenden. In Moorea gibt es in der Cook Baie einen guten Supermarkt und vor allem ungechlortes Wasser. Darauf sind wir besonders scharf, man kann nämlich im Dinghi sitzend die 5l Flaschen füllen.

Ganz mieses Wetter bei der Abfahrt von Moorea

Nach nur einer Nacht geht es am nächsten Abend weiter, gut 200nm nach Rangiroa. Die erste Nacht hat es in sich, es regnet wirklich aus jeder Wolke heraus, mal ist der Wind dabei ganz weg,  mal kachelt es mit 30 Knoten, mal dreht der Wind um 180 Grad. Langweilig wird es uns hier nicht.
Vor uns fährt ein Schleppzug, hinter uns irgendetwas ohne AIS mit Ankerlicht an. Bei Tag sehen wir einen Segler… Vermutlich ein Franzose….Das können wir so gar nicht leiden. Die kaufen sich Boote für 200 000 Euro und mehr  und dann ist kein Geld mehr da für ein AIS??

Der Rest des Schlages nach Rangiroa läuft wie geplant und zwischen Tikehau und Rangiroa holen wir den Schleppzug ein, der hier Pause macht. Gerade als wir vorbei wollen, fährt der auch wieder los.. Aber letztendlich sprechen wir uns über Funk freundlich ab, wer wo wie um die Ecke fährt, um den anderen nicht zu stören.

Baumaterial auf dem Weg zum neuen Kai

Wir laufen dann auch zuerst in den Pass Avaturo ein, entgegen der Vorhersage hat es noch 3 bis 4 Knoten auslaufendes Wasser und damit ein bisschen Party im Pass….

Die WOLO wollte auch hier sein, wir finden sie aber nicht und ankern dann in der Nähe eines verlassenen Knickspanters, den wir für die WOLO gehalten hatten, nahe dem Avaturo Pass. Es ist ein schöner, sehr ruhiger Ankerplatz.

Keiner da außer uns

Nach zwei Nächten verlegen wir zum Hauptankerplatz am Tiputa Pass, um nochmals Einkaufen zu gehen. Die ISIS hat uns gebeten, Gemüse mitzubringen, da es in Fakarava anscheinend nichts gibt.
Zudem müssen wir die Genua tauschen und unsere Ersatzgenua aufziehen. Die Genua war bei einer Segelmacherin in Raiatea, die alles nachgenäht hatte, da sich die Fäden am Sonnenschutz verabschieden. Dabei hat sie bis 30 cm an den Anschlagring der Genuaschoten genäht und anscheinend nicht gesehen, dass dort 2 von 4 Lastübertragungsbändern durchgescheuert waren. Ich habe es auch erst unterwegs entdeckt. So wird es jedenfalls nichts mit “das Segel ist nun für die nächsten drei Jahre gut”

Das Risiko ist uns zu groß, dass es vollends ausreisst…

Überraschend taucht dann die WOLO auf, sie hatten versucht,  direkt auf die Marquesas zu kommen. Bei keinem Wind mehr und 1,5 Knoten Gegenstrom klappte das nicht. Wir freuen uns über das unerwartete Wiedersehen, abends sind die drei bei uns an Bord und Bow spielt mit Mathea eine Runde UNO nach der anderen. Am nächsten Tag nehmen wir die Mädels der WOLO zum Schnorcheln mit. Eigentlich wollten wir zusammen weiter Richtung Fakarava fahren, aber sie haben es sich nun anders überlegt und bleiben noch hier.
Wir starten morgen gegen 6 Uhr nach Fakarava, ca 145nm.

Neues Design, Genua in rot. Die Vögel warten, bis sie sich zum Fressen einfach ins Wasser fallen lassen können