{"id":1197,"date":"2021-02-15T01:35:15","date_gmt":"2021-02-15T01:35:15","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-muffet.de\/?p=1197"},"modified":"2021-02-15T01:41:09","modified_gmt":"2021-02-15T01:41:09","slug":"mit-den-krokodilen-baden-oder-die-passfeder-ein-drama-in-mehreren-akten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-muffet.de\/?p=1197","title":{"rendered":"Mit den Krokodilen baden&#8230;.oder : Die Passfeder, ein Drama in mehreren Akten"},"content":{"rendered":"<p>So ohne Propeller ist das ganz schlecht&#8230;, auch wenn sich das Ding SEGELboot nennt. So aus den H\u00e4fen rein und raus geht das einfach wesentlich besser &#8222;mit&#8220;. Und durch Atolleinfahrten sowieso, denn sonst muss es dort nicht nur von der Tide passen, sondern auch noch vom Wind her.<br \/>\nDer alte Propeller muss also drauf, und das m\u00f6glichst mit Boot im Wasser. Kranen kostet n\u00e4mlich ca. 700 US$, das nur zur Propellermontage ist nicht akzeptabel.<br \/>\nUnd wir brauchen eine neue Passfeder, das ist der Metall&#8220;splint&#8220; zwischen Propellerschaft und Propeller. Dazu muss am Propellerschaft ausgemessen werden&#8230;..<br \/>\nAlso ist eine der ersten Fragen hier, ob es etws gef\u00e4hrliches im Hafenbecken gibt. Ja, ein 3 bis 4m langes dickes fettes Krokodil, aber &#8222;das haben wir seit einigen Wochen hier nicht mehr gesehen&#8220;. Es geht das Ger\u00fccht um, dass die Navy, die einige Meter weiter einen St\u00fctzpunkt hat, das Vieh erschossen hat, weil die Jungs dort schwimmen wollen (\u00fcbrigens im Naturschutzgebiet&#8230;).<\/p>\n<p>So richtig beruhigend ist das nicht, aber aus Australien kenne ich eine Forschungsarbeit, dort sind mit Sendern versehene Salzwasserkrokodile sehr h\u00e4ufig in der N\u00e4he badender Menschen unterwegs, ohne dass die dann auf dem Speiseplan stehen. Hoffentlich kennen die panamesischen Krokodile die Untersuchung auch&#8230;.<\/p>\n<p>Beim ersten Tauchgang gehe ich &#8222;schwerbewaffnet&#8220; mit Tauchermesser und sehr gemischten Gef\u00fchlen ins Wasser. Die Passfeder wird ausgemessen. Unser Versuch, hier eine zu bekommen oder anfertigen zu lassen, ist mehrere Tage erfolglos, so fertigen wir eine aus einem St\u00fcck Edelstahl selbst.<br \/>\nFlexen und schleifen ist angesagt. Und dann nat\u00fcrlich ausprobieren. Dazu muss erst mal eine Technik ersonnen werden, wie der Propeller vor Ort kommt, denn den einfach mal so in die Hand nehmen und damit tauchen geht nicht. Da macht es blubb blubb und weg ist der Taucher&#8230;.bei dem Zusatzgewicht.<br \/>\nAlso wird ein Propellerfl\u00fcgel mit einem St\u00fcck Seil eingefasst und der Propeller dann mit einem Seil von StB und einem von BB gesichert und durch fieren und winschen in die richtige Position gebracht. Das geht im \u00fcbrigen problemlos. Ohne unser FreeDiver Tiefschnorchelger\u00e4t w\u00fcrde aber gar nichts gehen.<br \/>\nGeschliffen muss der Propeller auch noch werden und bekommt je eine Lage\u00a0 Grundierung und Antifouling, was auch immer das dann hilft (eher nicht so viel..).<\/p>\n<p>Die Montage funktioniert eigentlich super, Passfeder ist drin, Mutter drauf, anziehen &#8211; Mist, die Passfeder ist noch etwas zu hoch, viellleicht 0,5mm. Metall gibt halt nicht nach und so geht der Propeller nicht vollst\u00e4ndig drauf. Alles wieder runter und zack verschwindet die extra in D angefertigte Kronenmutter in der Tiefe. Und der Propeller geht nicht mehr runter, da er verklemmt ist. Nun ist guter Rat teuer oder gefragt.<br \/>\nIn der morgentlichen Funkrunde der Marina frage ich mal, ob jemand zuf\u00e4lligerweise einen Propellerabzieher hat. Und siehe da, einer hat einen selbst gemachten. Den hole ich dann nach dem Einkaufen, so lange Bow unseren Gro\u00dfeinkauf einr\u00e4umt. Wir verproviantieren f\u00fcr ca 3 Monate&#8230;.<\/p>\n<p>Nachmittags dann also den Abzieher geholt, der besteht aus ziemlich vielen Einzelteilen. Jetzt hei\u00dft es erst mal \u00fcberlegen, wie die im Wasser gesichert werden k\u00f6nnen, damit sie nicht ebenfalls im Schlamm des Hafenbeckens versinken.<br \/>\nEine Platte bekommt ein zus\u00e4tzliches Loch, ich hatte schon gefragt, ob ich eines bohren darf. Das andere Teil wird direkt an en Gewindestangen gesichert.<br \/>\nDie Montage geht \u00fcberrascchend gut, Planung ist alles, aber eine Stunde geht da bei Unterwasserarbeit schnell vorbei. Mit dem Abzieher l\u00e4sst sich der Propeller problemlos abziehen! Supi! Dank an die Kollegen am Steg D.<br \/>\nJetzt noch alles auseinander bauen und wieder hoch bringen, es geht nur eine Mutter verloren.<br \/>\nAuch die Passfeder habe ich, die muss nun abgeschliffen werden. Wieder die Flex raus&#8230;<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag geht es zuert mal auf den Grund des Hafenbeckens. Muttersuche. Ich h\u00e4nge ein Gewicht an das Propellerschaftende bis auf den Boden um den Suchbereich einzugrenzen und tauche daran entlang hinunter. Es hat tiefen Schlick auf dem Boden in 8m Tiefe, bis zum Ellenbogen drin im Schlamm, nichts zu finden. Daf\u00fcr wird es durch den aufgew\u00fchlten Schlamm gleich maximal unangenehm, die Sicht ist nun von 5% auf Null runter. Da ich keine Tarierweste habe und mich notfalls hoch katapultieren kann, sondern nur das Tiefschnorchelger\u00e4t, muss ich aufpassen, die Orientierung nicht zu verlieren. Bevor was passiert lieber wieder hoch&#8230;. ohne Mutter nat\u00fcrlich.<br \/>\nDanach das gleiche Spiel wie gestern. Nur lasse ich jetzt den Propeller auf der Welle und schiebe ihn ganz nach hinten, so geht die Passfeder rein. Propeller drauf, anziehen mit der Ersatz-Kronenmutter (eine weitere fertigen wir nebenher). Noch mal bin ich nicht \u00fcberzeugt, nochmals alles zur\u00fcck auf Start und noch mal eine Runde schleifen&#8230;.<\/p>\n<p>Dann am Sonntagabend sieht es so aus, als ob es passen k\u00f6nnte. Passfeder rein, Propeller dr\u00fcber schieben, Mutter drauf, festziehen mit Hebelverl\u00e4ngerung, versplinten &#8211; alles passt.<br \/>\nDer Probelauf h\u00f6rt sich gut an, auch unter Last alles gut, der Festpropeller ist viel aggressiver als unser verlorener Edelpropeller.<br \/>\nMorgen kommt der Vermesser von der Kanalgesellschaft. Das ist nat\u00fcrlich Unsinn und reine Arbeitsbeschaffungsmassnahme und dazu da, den &#8222;Kunden&#8220; das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es steht alles in den Bootspapieren, eine Kopie haben sie schon, und die n\u00e4chste Gr\u00f6\u00dfenklasse beginnt bei 65 Fuss. Wir haben 42&#8230;<br \/>\nNach der &#8222;Vermessung&#8220; gibt es dann noch eine Proberunde mit dem neu montierten alten Propeller hinter dem Wellenbrecher.<\/p>\n<p>Wir haben hier Justin, einen Profiskipper mit \u00dcberf\u00fchrungscrew kennen gelernt. Ein Brite, Supertyp. Soll eine Hanse 56 von Deutschland nach Singapur bringen und ist ganz neidisch, da wir f\u00fcr franz\u00f6sisch Polynesien ein Permit haben und er keines bekommt. Da alles &#8222;drumherum&#8220; (also in mehreren 1000km Entfernung hei\u00dft das im Pazifik) auch dicht ist, sind die alle maximal frustriert. Wenigstens haben sie es sch\u00f6n k\u00fchl mit ihren 5 Klimaanlagen an Bord! Haben auch 1000l Diesel zus\u00e4tzlich dabei. Sie sind schon auf der anderen Seite des Kanals, in der Flamenco Marina werden wir sie wieder treffen.<br \/>\nWir haben es ziemlich eilig, da f\u00fcr das kommende Wochenende g\u00fcnstiger Wind bis weit runter Richtung Galapagos angek\u00fcndigt ist. Eine notorisch windschwache Zone, wo man oft 1 Woche motoren muss. Da k\u00e4me der Wind ganz gelegen, es w\u00fcrden vielleicht zwei Tage motoren ausreichen.<br \/>\nMal sehen ob das alles mit der Monsterverproviantierung, einigen 100l Zusatzdiesel in Kanistern und einer externen Clearance bis dahin klappt. Es ist schon sehr knapp!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So ohne Propeller ist das ganz schlecht&#8230;, auch wenn sich das Ding SEGELboot nennt. 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