{"id":1711,"date":"2021-11-01T03:33:44","date_gmt":"2021-11-01T03:33:44","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-muffet.de\/?p=1711"},"modified":"2021-11-01T03:35:36","modified_gmt":"2021-11-01T03:35:36","slug":"warum-faehrt-man-ins-ahe-atoll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-muffet.de\/?p=1711","title":{"rendered":"Warum f\u00e4hrt man ins Ahe-Atoll?"},"content":{"rendered":"<p>Wir gehen gegen 16.30 Uhr am 22.10.2021 Anker auf in Rangiroa. Die \u00dcberfahrt nach Ahe war zu Beginn recht ungem\u00fctlich und sehr nass. Es hat max. 28 Knoten, aber st\u00e4ndig 20 bis 25 Knoten und da ist ein am Wind Kurs der Garant f\u00fcr heftige Duscher \u00fcber das Schiff. Der Schwell l\u00e4uft um Rangiroa herum kreuz und quer. Es hat 1,5 bis 2m Schwell aus Ost, \u00fcberlagert von 1,5 bis 2m Schwell aus SW, \u00fcberlagert vom aktuellen NW Wind mit 25 Knoten. Jeder der segelt kann sich ausmalen, wie es da aussieht&#8230;<\/p>\n<p>Etwas weiter von Rangiroa weg wird der Wind etwas schw\u00e4cher und der Seegang deutlich angenehmer. Die Capitania ist aber leider seekrank und der Kapi\u00e4n hockt mit der fiebrigen Magen\/Darmgeschichte andauernd auf der Toilette. Eine ganz spezielle \u00dcberfahrt.<\/p>\n<p>Morgens um 6.30 Uhr soll Hochwasser in Ahe sein. Wir sind nach 85nm p\u00fcnktlich da. Der Pass sieht unproblematisch aus, erstaunlicherweise hat es schon trotz NW Wind auslaufendes Wasser, aber nur m\u00e4\u00dfige Gegenstr\u00f6mung mit 1 bis 2 Knoten.<br \/>\nJetzt ist guter Rat teuer, wir sind zwar in der Lagune, die Anchorage beim Dorf d\u00fcrfte aber bei NW Wind sehr ungem\u00fctlich sein und zum Herumfahren in der Lagune steht die Sonne viel zu tief. Wir schleichen im Bummeltempo die N K\u00fcste entlang und wollen uns ein Pl\u00e4tzchen suchen. Leichter gesagt als getan. Alles was erfolgversprechend (aus der Ferne) aussieht ist nicht erreichbar, da riesige Perl Farmen Felder davor liegen oder es zum Ankern doch nicht geht, da es bis zum Rand um die 25m tief ist.<br \/>\nWir sind schon fast am \u00f6stlichen Ende des Atolls, da finden wir am Flughafen doch noch ein Pl\u00e4tzchen neben einem Riff. Gespickt mit Nadel-Bommies und bei schlechter Sicht im tr\u00fcben Wasser hatten wir schon bessere Pl\u00e4tze&#8230;,<\/p>\n<p>Wir bleiben zwei N\u00e4chte und verlegen dann zum Dorf. Gl\u00fccklicherweise versuchen wir erst gar nicht, quer durch die Lagune zu segeln, denn es hat \u00fcberall die Perl Farm Installationen und dann auch noch jede Menge Untiefen. Zur\u00fcck zum Pass und dann zum Dorf.<br \/>\nDer Ankerplatz ist innerhalb eine fast geschlossenen Riffes, max 80m x 80m gro\u00df, ringsherum Riff und auch innen mit Bommies gespickt.<br \/>\nWir fahren durch die enge Einfahrt vorsichtig rein und dann machen wir einen Fehler. Es hat kurz Wolkenbedeckung und beim Ankerversuch slippt der Anker&#8230; Wir h\u00e4tten wieder sofort raus fahren sollen und auf Sonne warten und so kracht es, als wir kurz einen Bommie streifen. Ein ziemlich h\u00e4ssliches Ger\u00e4usch&#8230;<br \/>\nDer 2. Versuch klappt dann und beim obligatorischen Tauchgang zum Schadens-Check stellen sich nur ein paar kleinere Kratzer an unserer 25mm dicken Kielsohle heraus. Das ist kein Problem, sondern nur Arbeit, wenn wir das n\u00e4chste Mal raus gehen.<\/p>\n<p>An Land soll die Bev\u00f6lkerung besonders aufgeschlossen sein gegen\u00fcber Seglern \u2013 laut F\u00fchrer. Vermutlich ist der Text schon 50 Jahre alt. Selbst der Baustil ist ungew\u00f6hnlich mit 2m hohen Mauern rund um die Grundst\u00fccke, das haben wir hier noch nirgends so gesehen und genauso \u201eaufgeschlossen\u201c sind dann auch die Menschen&#8230;.<br \/>\nEs stellt sich ein deja-vu Gef\u00fchl ein. \u00c4hnlich wie in einem kanadischen Dorf irgendwo im Nirgendwo an der NW K\u00fcste Kanadas im Pazifik 2009 scheint es auch hier etwas zuviel Inzucht gegeben zu haben&#8230;<\/p>\n<p>Wir checken den Wetterbericht, denn f\u00fcr Segler hat das Atoll <strong>genau gar nichts<\/strong> zu bieten. Der Text im F\u00fchrer (&#8222;glasklares Wasser, superfreundliche Menschen&#8220;) ist Bullshit von A bis Z. Erstaunlicherweise hat es NE Wind die n\u00e4chsten zwei Tage und wir beschlie\u00dfen, nach Fakarava zu verschwinden. Dort gibt es relativ g\u00fcnstiges leistungsf\u00e4higes Internet und wir m\u00fcssen drei Notebooks, 2 Tablets und 3 Handys updaten sowie unsere Ersatzteillieferungen organisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir gehen gegen 16.30 Uhr am 22.10.2021 Anker auf in Rangiroa. 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