{"id":373,"date":"2020-03-20T22:06:51","date_gmt":"2020-03-20T22:06:51","guid":{"rendered":"https:\/\/sy-muffet.de\/?p=373"},"modified":"2020-03-20T22:06:51","modified_gmt":"2020-03-20T22:06:51","slug":"die-grosse-langeweile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sy-muffet.de\/?p=373","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Langeweile"},"content":{"rendered":"<p>Klar, auch wir sitzen fest. In Spanien ist jeder traffico maritimo und das Ein- und Auslaufen aus H\u00e4fen verboten. Das ist einerseits verst\u00e4ndlich, weil das nat\u00fcrlich f\u00fcr andere sehr schwer zu verstehen w\u00e4re, wenn die zu Hause sitzen m\u00fcssen und da drau\u00dfen wird herum gesegelt. Es gibt hier n\u00e4mlich eine drastische Ausgangssperre, die auch massiv kontrolliert wird.<br \/>\nEpedemiologisch spielen die Segler sicher keine Rolle, es sind zu wenige und die haben recht wenige Kontakte dorthin, wo es kritisch ist. Bei Charteryachten mit einfliegenden Crews (aus den Hochrisikogebieten) sieht es nat\u00fcrlich anders aus.<br \/>\nAber das interessiert nat\u00fcrlich niemand hier und es wird -mit Verlaub- sinnlos \u00fcbertrieben.<br \/>\nEine neuseel\u00e4ndische Yacht (aus Valencia kommend, wohl \u00e4ltere Herrschaften) wurde zun\u00e4chst r\u00fcde abgewiesen, dann wurde er angewiesen, au\u00dferhalb der spanischen Hoheitsgew\u00e4sser zu ankern (??, das geht hier schlicht nicht, dazu sollte die Kette dann mindestens 2000m lang sein), nach l\u00e4ngerer Diskussion dann Ankergenehmigung im alten Hafen, aber ohne Erlaubnis an Land gehen zu d\u00fcrfen.<br \/>\nEin anderes tolles Beispiel: Unseren schweizer Nachbarn hier wollen morgen zur\u00fcck fliegen. 3 Leute im Taxi zum Flugplatz. Geht hier aber nicht mehr, nur eine Person im Taxi anscheinend erlaubt, also drei Taxis notwendig. Offensichtlich drehen hier einige durch (oder zocken die Verbliebenen ab).<\/p>\n<p>Wir haben kurz vor dem &#8222;Lockdown&#8220; noch die Gelegenheit genutzt, als unser Nachbar zwei Tage auf der Werft war, unseren Kratzer im Antifouling auf H\u00f6he der Wasserlinie, verursacht durch das missgl\u00fcckte Ablegeman\u00f6ver in Porto Santo, zu reparieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_374\" aria-describedby=\"caption-attachment-374\" style=\"width: 780px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-374 size-large\" src=\"https:\/\/sy-muffet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_3353klein-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"780\" height=\"585\" srcset=\"https:\/\/sy-muffet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_3353klein-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/sy-muffet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_3353klein-300x225.jpg 300w, https:\/\/sy-muffet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_3353klein-768x576.jpg 768w, https:\/\/sy-muffet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_3353klein-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/sy-muffet.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_3353klein.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 780px) 100vw, 780px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-374\" class=\"wp-caption-text\">Das Boot etwas gekr\u00e4nkt, damit die Schadstelle frei liegt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Um besser an die Schadstelle ran zu kommen, kr\u00e4nken wir das Boot etwas. Dazu spannen wir das Spifall bei Ebbe am Gel\u00e4nder der Marina ab und ziehen mit der Winsch vorsichtig an, schlie\u00dflich wollen wir vor allem am Rigg nichts kaputt machen.<br \/>\nWir sind gerade fertig, da kommt auch schon der Marinero daher und meckert, wir sollen das wieder abbauen. Erst sp\u00e4ter am Tag erkl\u00e4re ich ihm, wozu das Ganze &#8211; da ist er total begeistert ob der Idee!?<\/p>\n<p>Die Tage werden lang. Wir verbessern einige Kleinigkeiten am Boot, so bekommt der Schleppgenerator eine Leine mit Umlenkungen und eine Curryklemme, damit das Ablassen und Anheben w\u00e4hrend der Fahrt aus dem Cockpit m\u00f6glich ist.<br \/>\nDann muss die Sicherungsmutter am Anschlagsb\u00fcgel der Gro\u00dfschot durchgebohrt werden, damit dort ein Sicherungssplint durchgesteckt werden kann. Die hatte sich n\u00e4mlich von alleine verabschiedet.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es bei uns zur Zeit wirklich nicht so viel zu tun, so ist vor allem der Kapit\u00e4n h\u00e4ufiger auf der SAMSOL bei unseren franz\u00f6sischen Bekannten. Dort funktionieren einige Lichter au\u00dfen nicht und die Zuleitung zum Dieselgenerator leckt. Zudem ist der Lazybag defekt und musste abgebaut werden. Morgen ist dann der Au\u00dfenborder dran.<br \/>\nAlles ist kein Problem, der Laden ist gerade mal 50m entfernt &#8211; allerdings kann man nichts kaufen, strengstens verboten w\u00e4hrend der Ausgangssperre. So w\u00e4re nun gen\u00fcgend Zeit, alles m\u00f6gliche zu richten, aber es gibt keine Ersatzteile.<\/p>\n<p>Ich denke, die angeordnete Form der Ausgangssperre hier ist \u00fcberzogen. Mit Vorsichtsmassnahmen wie Zugangsbeschr\u00e4nkungen in Gesch\u00e4ften oder Lieferservice k\u00f6nnten die absehbaren wirtschaftlichen gravierenden Folgen abgemildert werden. Kleinunternehmer wir der Segelmacher sind arbeitslos, denn die d\u00fcrfen, da nicht in Unternehmen angestellt, nicht aus dem Haus. Idiotisch! Sollten die Restriktionen, wie wir vermuten, monatelang durchgehalten werden, ist eine wirtschaftliche Katastrophe -nicht nur in Spanien- vermutlich unabwendbar.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich v\u00f6llig unabsehbar, wann bzw. ob es \u00fcberhaupt f\u00fcr uns wie geplant weiter gehen kann. Wir vermuten, dass es bis zu einer relativen Normalisierung der Grenzformalit\u00e4ten sehr lange dauern wird. Im Moment sind ausnahmslos alle auf unserer geplanten Route liegenden L\u00e4nder gesperrt.<br \/>\nUns geht es hier gut, es gibt sicher schlechtere Pl\u00e4tze, um fest zu sitzen, als Lanzarote. Wir k\u00f6nnen ja immerhin zu den Duschen und zur Laundry sowie zum Supermarkt gehen und auf dem Boot in der Sonne sitzen &#8211; bei gut 20 Grad nicht so furchtbar!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klar, auch wir sitzen fest. In Spanien ist jeder traffico maritimo und das Ein- und Auslaufen aus H\u00e4fen verboten. 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