Los geht es zuerst mal abwärts, denn leider ist von Antonio am Dienstag weit und breit nichts zu sehen. So was ist immer besonders ärgerlich, da ja auch nicht abgesagt wird sondern man dann quasi am Schiff “angebunden” ist, um auch da zu sein, falls doch noch jemand kommt. Nun ja, wie gesagt, es wurde nichts mit der Entsorgung von unserem Material.
Wir also total angefressen am Mittwoch zum Finanzamt, um uns diese dämliche Fiskalnummer nun doch zu besorgen, die wir für den Verkauf der Altmetalle brauchen, wenn wir die selbst verkaufen wollen.
Nach knapp 1,5 Stunden sind wir dann auch schon dran, aber die Dame hinter dem Tisch will uns nicht bedienen und schickt uns mit einer etwas unwierschen Handbewegung weg. Ich bestehe darauf, dass wir die Nummer haben, die gerade im Display angezeigt wird und nach kurzem Palaver dürfen wir wenigstens sagen, was wir wollen. Und schwupps werden wir schon wieder weg geschickt, diesmal zum Kopieren der ID-Karte. Alle Dokumente müsen nämlich kopiert vorliegen, das steht da wohl auch, aber halt nur auf portugiesisch. Leider ist die Behörde nicht in der Lage, selbst zu kopieren, sondern schickt einen zum “Copyshop”, das ist ein Anwaltsbüro!

Mit der Kopie zurück geht es dann auch schon los und nach zwei Stunden haben wir unsere “Número Identificação Fiscal”.
Mittlerweile sind wir halb verhungert und so schaffen wir es auf dem Rückweg nur bis zum ersten Restaurant.

Tintenfisch “Kebab” mit Bratwurststückchen !??
“Gung” mit Reis für die Capitania

Nachmittags dann zu Antonio und Paulo (seinem Sohn) und ein “I miss you yesterday” wirkt Wunder, denn nun geht es sofort zum Schiff. Antonio will nun alles ankaufen, alles Blei und die Alureste und mit der Rechnung verrechnen. Upps, super, so lösen sich manche Probleme einfach auf! Natürlich war dann die Runde im Finanzamt unnötig….

Wir handeln und feilschen um die Preise und haben viel Spaß dabei, werden uns schnell problemlos einig und wir kommen viel besser weg als wenn wir alles zum Recycling-Händler bringen müssten! Prima!

Und schon am nächsten Morgen geht es los, fast pünktlich steht der Gabelstapler und der kleine LKW da.

Jede Menge Material das weg muss
Alles wird gewogen, jeweils 250 kg

Zuerst mal leihen wir den Jungs Arbeitshandschuhe, denn das Blei hat doch scharfe Kanten. Alles in allem werden 858 kg Bleistückchen klein, 2202 kg Bleibarren und nachmittags 172 kg Alu abgewogen. Alles in allem dürfte damit die Schweißrechnung zur Hälfte gedeckt sein und Antonio macht auch noch einen guten Deal, da er alles für ein vielfaches verkaufen wird. So ganz klar ist das mit den Kosten aber alles noch nicht, denn Paulo (der den Überblick haben sollte) war fast 6 Monate ernsthaft erkrankt und muss nun alles zugleich fertig machen.

Heute wird dann noch das alte Alu von den Kielen von Antonio zum Schrotthändler gefahren, die alten Kiele bringen noch mal fast 300 Euro. Allerdings weiß die hübsche Lady an der Waage nichts von der Vereinbarung mit dem Chef bezüglich dem Preis. So muss ich dann mittags noch mal kommen, der Chef (Typ Zuhälter, Goldketten überall) jammert, dass er billiger verkaufen muss und zeigt mir eine Liste mit seinen Verkaufspreisen, ich bestehe auf dem Agreement, nach kurzem freundlichem Hin und her gibt es dann den vereinbarten Preis. Sieg!

Und unsere Propellerwelle ist wie angekündigt nach 4 Tagen schon da und schon in Arbeit! Einbau am Dienstag! Huch, nun geht es zack zack, wir sind schon wieder im Stress!