der mit einer Reparatur dran ist. Bei der Überfahrt von den Azoren hat sich die Dichtung des Thermostaten an der Motorkühlung verabschiedet. Der Thermostat öffnet den Kühlwasserkreislauf, wenn die Temperatur steigt nach dem Start, damit die Seewasserkühlung funktioniert. Allerdings kühlt sich da gar nix wenn es kein Kühlwasser mehr gibt. Wir haben das dann unterwegs schon gemerkt und Kühlwasser nachgekippt, es fehlte aber schon einiges.
Um an den Thermostaten ranzukommen muss zuerst die Wasserpumpe weg, dafür müssen zuerst wieder zwei Keilriemen weg. Beim Abbau des Keilriemens (der motorbetriebenen Bilgenpumpe) dann die erste Entdeckung, dass die Spannschraube nur in zwei Gewindegängen sitzt und zu kurz ist. Was haben da die Engländer nur zusammen gebaut? Da muss eine längere her, haben wir, kein Problem.
Beim Abbau der Wasserpumpe dann die zweite Entdeckung, der O-Ring, der hier abdichten soll, sitzt nicht in der dafür vorgesehenen Nut, sondern in der Dichtfläche. Kein Wunder dass immer wieder ein wenig Wasser gefehlt hat und es hier, extrem schlecht zugänglich, Rost an der Maschine gab.
Nun liegt alles frei und die Capitania reinigt wie der Weltmeister und lackiert alles neu. Zusätzlich zu den alten O-Ringen verwenden wir Dirko rot Dichtmittel sehr dünn auf den Dichtflächen an der Wasserpumpe. Am Thermostat fertigen wir eine eine neue Papierdichtung und schmieren die auch beidseitig dünn mit Dirko ein.

Am nächsten Tag wird alles wieder zusammen gebaut und einige Stunden später gibt es einen Probelauf – alles dicht.

Jetzt ist noch der Autopilot dran. Ein nochmaliges Reset des Systems sorgt dafür, dass statt einer „virtuellen Rudder Feedback Device“ nun wieder der richtige Ruderlagenrückgeber erkannt wird. Ohne den kann der Autopilot nicht arbeiten, das war das Problem. So ein Reset sorgt dann auch dafür, dass alle Anzeigeinstrumente wieder neu eingerichtet werden müssen, prima.

Überhaupt ist die Software unglaublich schlecht programmiert (gleiche oder ähnliche Funktion in verschiedenen Untermenüs) und noch schlechter ins Deutsche übersetzt. Danke B&G. Kostet ja auch fast nichts.

Der abschließende Fahrtest heute draußen ist erfolgreich, der Autopilot tut wieder das was er soll.

Das freut uns, denn wir hatten draußen mitten in der Nacht bei der Fahrt hierher ein unerfreuliches Erlebnis mit der „Pacific Island“, einem Frachter der sich, glaub ich, einen Spaß draus gemacht hat, möglichst knapp zu passieren. Der hat doch tatsächlich mehrfach seinen ursprünglichen Kurs auf uns zu geändert und da ist an Bord bei uns (ständige Kontrolle des Passierabstandes, Handsteuerung) ganz schön der Stress ausgebrochen. Glücklicherweise haben wir keine Lenkwaffen an Bord, denn hier hätte ich ein Paket los gelassen – ein Vollidiot auf der Brücke! Wir haben dann, nachdem über Funk bestätigt war, er passiert achtern, die Fahrt deutlich erhöht, trotzdem war der Passierabstand gerade mal 800m. Das ist nachts auf See im freien Seeraum ein gefühlter „Near Miss“, jedenfalls völlig unnötig. Wenn er statt auf uns zu den Kurs von uns weg korrigiert hätte um die drei Grad, wäre der Passierabstand was um die drei Meilen geworden. Nachdem er passiert hat, hat er auch auf seinen alten Kurs zurück gewechselt!?? Das nächste Mal werde ich uns als „Vessel not under Command“ kennzeichnen, wenn sich so was abzeichnen sollte. Noch nie erlebt!

Im Päckchen

Der kleine Hafen hier ist voll und wir haben, da wir am Kopf vom Pontoon liegen, für Notfälle die Fender draußen, damit Boote längsseits gehen können. Das heißt dann “im Päckchen liegen”.
Interessant was man dabei alles erlebt. Franzosen kamen morgens um 5 längsseits. Ende der Nacht. Um 8 wechseln sie auf einen frei werdenden Platz. Hätte man auch im Ankerfeld im Hafen warten können.
Besonders rabiat waren bisher die Nordeuropäer.. Ein Norweger fragt anständig, sie wären müde und müssten ausruhen. Klar geht. Kaum längsseits kommt Besuch an Bord und bis spät abends hat es lautstarke Unterhaltung an Bord. Aha, die Müdigkeit ist anscheinend verflogen…..
Alles nur, weil niemand Lust zum ach so unbequemen Ankern hat.

Der „FreeDiver“

Unser Tiefschnorchelgerät (Kompressor mit Tauchmundstück) hat sich top bewährt! Bereits in Praia da Vitoria/Terceira war ich unter dem Boot, um den Rope Cutter wieder so zu installieren, wie es sein soll. Diesmal habe ich Leinen vom Propeller geschnitten. Ohne FreeDiver praktisch unmöglich, denn das Ganze dauert fast eine Stunde.

Porto Santo

Von der Insel haben wir noch nicht viel von Land aus gesehen, zuerst muss alles wieder startklar sein. Noch eine Kontrolle der Hydraulikpumpe, dann sollte alles fertig sein.
Was wir schon wissen, es sieht aus wie ein „Hauch von Afrika, ziemlich arid. Und den „Pingo Doce“ (Supermarkt) hier kennen wir auch schon gut. Neu, riesig, günstig, ein Einkaufsparadies, in Porto Santo!