Wir verlassen die Marquesas. Wir haben mit Tobias von der MAYA, einer anderen TO Yacht hier, verabredet, uns im Raroia Atoll zu treffen.
Der Abschied von Fatu Hiva fällt uns nicht leicht, es ist wirklich schön hier und mit Chloe und Axel ist es wirklich lustig.
Wir gehen gegen 9 Uhr Anker auf,  ca. 400nm liegen vor uns.
Der Umstieg in den Langfahrtmodus mit Nachtfahrten geht problemlos, die Capitania schläft viel. Unser erstes Atoll passieren wir unterwegs, Napuka, allerdings kann man dort in die Lagune nicht rein fahren und ankern draußen geht auch nicht. Also bleibt es bei der Vorbeifahrt, zumal der Wind nicht aus Ost kommt sondern aus NO und Anlanden kaum möglich sein dürfte.

Abendstimmung unterwegs

Hinter Napuka überholt uns eine französische Yacht und setzt sich in der einbrechenden Nacht direkt vor uns – zuerst mal ohne Licht, eine ganz tolle Idee. Der Pazifik ist ja auch mini, da hat es kaum Platz. Eine tolle Idee auch deswegen, weil wir den Genaker für die Nacht runter genommen haben und mit Groß und ausgebaumter Genua wieder etwas schneller geworden sind. Glücklicherweise verschwindet der wieder allmählich gen Westen (wo er hergekommen ist).

Auf Anrufe reagiert die Yacht auch nicht – komisch.

So ein Atoll muss man sich als weitgehend geschlossenen Ring von kleineren Inseln (Motus) mit einem alles umschließenden Ringriff vorstellen, wobei die Lagune innen drin nur durch Pässe erreichbar ist, wenn überhaupt. Die mittleren Atolle sind so um die 30 Meilen lang, also um die 50 km, es sind nicht gerade Miniinseln im Ozean, auch wenn die effektive Landmasse minimal ist. Viele Atolle sind im südlichen Teil versunken, das heißt, da gibt es keine Inseln sondern nur das Saumriff, eine Annäherung von da ist maximal gefährlich, da man das Riff bzw. die brechenden Wellen erst sehr spät sehen kann. Die Einfahrt in die Lagune ist häufig eng, nur einige Dutzend Meter breit, und die tidenbedingte oder wetterbedingte Strömung kann über 8 Knoten betragen mit stehenden Wellen innen oder außen je nachdem wie das Wasser gerade strömt. Entsprechend aufgeregt nähern wir uns Raroia.

Die MAYA vor Raroia

Einige Meilen vor Raroia taucht schräg vor uns eine deutsche Yacht auf, die auch direkt auf die Einfahrt am Passe Garue zielt. Wir geben Gas und werfen die Maschine an, wir sind sowieso etwas knapp in der Zeit, denn um 14.45 ist High Water Slack. Es ist die MAYA. Wir kommen näher und machen Fotos. Tobias fährt vor uns rein, wir müssen noch das Groß bergen.
Die Einfahrt ist völlig unproblematisch, das Timing war perfekt! Null Strom. Wir kurven vorsichtig um die Korallenköpfe herum Richtung Ankerplatz vor dem Dorf Garumoava und ankern auf 9m. Geschafft.
Jetzt sind wir wirklich in der Südsee. Ein Traum!

Ansteuerung vom Dorf auf Raroia

Abends gibt es noch einen kurzen Landgang, es gibt entgegen den Angaben im Führer sogar zwei Läden und zumindest Basis-Einkäufe ist null Problem selbst hier auf so einem abgelegenen Atoll. Es gibt sogar einen nagelneuen Flugplatz mit 3x monatlichen Flügen nach Papeete/Tahiti.
Die Kinder sind recht zurückhaltend bis scheu, so viel Touristen gibt es vermutlich im Laufe des Jahres nicht.

MAYA vor Anker in der Lagune

Der Lebensstandard ist hoch, es gibt Strom, Fernsehen, Mobilfunk und Internet, ja sogar Autos stehen herum, schon etwas merkwürdig, denn die Straße dürfte gerade mal maximal einen Kilometer lang bzw kurz sein. Viele haben Elektrofahrräder! Viele Häuser sehen nagelneu aus, das Bürgermeisteramt mit dem Tsunami-Schutzraum (auf Stelzen) ist nagelneu, ebenso das Pier vor dem Dorf. Die Franzosen bzw. die EU lässt sich franz. Polynesien was kosten…..

Vor Anker vor Garumoava, Raroia-Atoll